Babys Gewichtsentwicklung

23. November 2018

veröffentlicht von: Andrea Böttcher,

Kinderkrankenschwester

Fachkraft für Stillförderung, Laktationsberaterin, Stillbeauftragte für die Klinik

Referentin für Stillen und Säuglingsnahrung

In den ersten Tagen nach der Geburt nehmen die meisten Kinder etwas ab. In der Regel kommt es durch die Ausscheidung von Flüssigkeit (besonders wenn Du als Mama viele Infusionen zur Geburt erhalten ist) und von Mekonium, dem sogenannten Kindspech. Dieses ist nicht nur sehr zäh, sondern gewichtsmäßig auch recht schwer.

 

Die normale Gewichtsabnahme nach der Geburt kann bis zu 7%, des Geburtsgewichtes, betragen. 

 

Alles was darüber hinausgeht kann ein Problem bedeuten und sollte beobachtet und abgeklärt werden. Eine ausführliche Stillbeobachtung durch geschultes Personal, ein ausführliches Gespräch über die Dauer und die Häufigkeit des stillens und über mögliche Still- bzw. Brust/Brustwarzenprobleme gehört hier dazu. Auch sollte Rücksprache gehalten werden über das Erkennen von frühen Hungerzeichen und ob es gesundheitliche Probleme oder Einschränkungen bei Mutter oder Kind gibt.

Entsprechende Maßnahmen zur Optimierung des Stillmanagements sollten dann gemeinsam besprochen werden.

 

Nach etwa 2-4 Tagen sollte spätestens die initiale Brustdrüsenschwellung (auch Milcheinschuss genannt) einsetzen und in Folge sollte das Kind nicht weiter abnehmen, sondern langsam eine Gewichtszunahme beginnen.

 

Nach 10-14 Tagen haben die meisten Kinder ihr Geburtsgewicht wieder erreicht.

Nach 21 tagen muss ein Baby sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben, ansonsten besteht dringender Handlungsbedarf.

 

Die weitere Gewichtszunahme ist Abhängig vom Geschlecht und vom Alter deines Babys. Aber auch der Faktor Stillen oder Flaschennahrung spielt bei der Gewichtsentwicklung eine Rolle.

 

Folgende Angaben orientieren sich an den Empfehlungen der WHO für gestillte Babys:

Über den Daumen gepeilt kann man folgendes sagen:

  • Nach 14 tagen hat das Baby sein Geburtsgewicht wieder erreicht.
  • Nach 6 Monaten hat es sein Geburtsgewicht etwa verdoppelt.
  • Nach 12 Monaten hat es sein Geburtsgewicht etwa verdreifacht.
  • Zu Beginn des 2. Lebensjahres haben die meisten kinder etwa 50% der anfänglichen Größe auf Ihre Körpergröße aufgeschlagen.

 

Aber man sollte hierbei auch bedenken, das es auch immer Kinder gibt die von diesen Werten abweichen und trotzdem Kerngesund sind. Kein Kind dieser Welt wächst linear nach einer vorgegebenen Art und Weise. Manche Kinder wachsen konstant in kleinen Schritten und nehmen auch genauso zu, andere legen sprunghaft an Gewicht und Größe zu, das ist völlig normal.

 

Um eine Gewichtsentwicklung zu beurteilen ist daher auch niemals ein einzelnes Gewicht zu bewerten. Es wird sich hier der Verlauf über einen längeren Zeitraum (min. 2-4 Wochen) angeschaut. Alles andere ist nicht sehr aussagekräftig. 

Auch sagt die Gewichtsentwicklung alleine noch nichts über das Gedeihen eines Kindes aus. das Gewicht ist ein Hinweis. 

 

Folgende Faktoren geben u.a. Hinweise über das Gedeihen eines Kindes:

  • Gewichtsentwicklung
  • Allgemeinzustand
  • Ausscheidung
  • Hautkolorit und Hauttugor
  • Trinkverhalten
  • termingerecht geboren oder Frühchen
  • Wachstums- und Gewichtskurven von Geschwisterkindern, Eltern

 

Der Kinderarzt trägt bei jeder Vorsorgeuntersuchung die Werte in das gelbe U-Heft ein. Hier befinden wich sogenannte Perzentilen, die einen Verlauf der Gewichtsentwicklung, sowie der Entwicklung des Längenwachstums und des Kopfumfangs darstellen. 

 

Oftmals führen diese Perzentilen bei Eltern zu Verwirrung. Wichtig ist was diese Perzentilen bedeuten:

 

Die Werte des  Kindes werden verglichen mit den Werten anderer gesunder Kinder im gleichen Alter.

Die 50 Perzentile bedeutet 50% der Kinder in diesem Alter liegen bei dieser Größe/Gewicht. 

Die 97. Perzentile und die 3. Perzentile bedeuten entsprechend das es immer noch 3% der Kinder gibt, die Größer/schwerer bzw. kleiner und leichter sind als die Kinder die auf dieser Perzentile liegen. Und alles sind gesunde Kinder!

 

Es geht also daher einen Verlauf zu sehen. Liegt der Verlauf entlang der individuellen Perzentile des Kindes, ohne größere Abweichungen ist meist auch alles in Ordnung. Werden größere Abweichungen sichtbar, sollte genauer hingesehen werden.

 

Und nun ein paar Beispielhafte Abweichungen:



Wenn Ihr Fragen zum Gewichtsverlauf Eures Kindes habt, der Kinderarzt oder die Hebamme größere Abweichungen feststellt, solltet Ihr Euch eine erfahrene Still- und Laktationsberaterin bzw. Fachkraft für Stillförderung suchen und euch individuell beraten und unterstützen lassen. Meist kann so eine Zufütterung per Flasche vermieden werden und ein langfristiger Stillerfolg ist möglich.

 

Mein Angebot zur Still- und Laktationsberatung findet ihr hier: klicken

 

                                                              Liebe Grüße und bis bald,

                        

                                                                                                

 

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