Stillgruppe: im Kreis sitzen und Stillen? Oder was?

23. Februar 2018

veröffentlicht von: Andrea Böttcher,

Kinderkrankenschwester

Fachkraft für Stillförderung, Laktationsberaterin, Stillbeauftragte für die Klinik

Referentin für Stillen und Säuglingsnahrung

 

 

Immer wieder kommen Fragen auf wofür es eigentlich Stillgruppen gibt und was man dort macht. Vielleicht im Kreis sitzen und gemeinsam stillen? Oder geht man dort nur hin wenn man Stillprobleme hat?

 

Natürlich, beides kannst Du hier machen musst es aber nicht! Eine Stillgruppe bietet noch viel mehr! Ich persönlich empfehle es jeder Mutter, egal ob Du stillst oder nicht, bzw. nicht mehr.

 

 

 

Hier einmal die gängigsten Fragen zum Thema Stillgruppe:

 

Was ist eine Stillgruppe?

Eine Stillgruppe ist ein Treffen, meist von Müttern mit ihren Kindern. In der Regel ist es ein offenes Treffen, das bedeutet eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, jedoch teilweise gewünscht. Geschwisterkinder sind in der Regel herzlich willkommen und können gerne mitgebracht werden. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht, denn  Stillkinder können Babys, Säuglinge oder Klein- bzw. ältere Kinder sein. Genauso verhält es sich daher auch mit Flaschenkindern.

 

 

 

Was bietet mir eine Stillgruppe?

 

Hier habt Ihr die Möglichkeit...

 

.... Fragen zu stellen: zum Stillen, Stillproblemen, Beikost, Schlafen und zu Vielem mehr.

 

.... Euch über interessante Themen zu informieren: meist gibt es spezielle Thementreffen.    

  

.... Euch miteinander auszutauschen und ins Gespräch zu kommen.

 

.... neue Kontakte und Freundschaften zu schließen.

 

.... das Eure Kinder Sozialkompetenzen erwerben, durch den Kontakt mit gleichaltrigen.

 

.... einfach nur Zuhören.

 

.... in angenehmer Atmosphäre zu Stillen/zu Füttern, zu Wickeln, mit den Kindern zu spielen etc.

 

.... eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Hier dürft Ihr sein wie Ihr möchtet, ohne Einschränkung!

 

.... zu lesen. Die meisten Gruppen bieten auch eine kleine Bibliothek an inklusive Verleih.

 

.... Stillberatung zu erhalten: zu allgemeinen Fragen oder bei kleineren Problemen. Bei größeren Problemen bieten sich Termine zur Einzelberatung besser an, denn es gibt nicht die Lösung für das Problem, sondern jedes Problem benötigt eine individuelle Lösung für Eure Familie.

 

.... weitere Unterstützung zu bekommen. Habt ihr vielleicht ein Frühchen oder ein krankes Kind? Wollt ihr wieder arbeiten und wisst nicht wie das mit dem Stillen zu vereinbaren ist. Eure familiäre Situation ist im ständigen Wandel und immer gibt es neue Situationen die Ihr meistern müsst?

In der Gruppe bzw. von der Gruppenleiterin erfahrt ihr neben wichtigen Informationen auch die richtigen Ansprechpartner.

 

.... Eure Erfahrungen weiterzugeben! Ihr müsst kein Stillproblem haben, um eine Gruppe zu besuchen. Aber andere Mütter können von Eurem Erfahrungen profitieren!

 

 

 

Wer bietet Stillgruppen an und wer leitet sie?

 

Meist wird eine Stillgruppe ehrenamtlich geführt, z.B. Gruppen von der AFS (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen e.V.) oder der LLL (La Leche Liga). Hier wird ggf. um eine Spende gebeten damit die Gruppe unterhalten werden kann. Die Leiterin der Gruppe ist selbst Mutter und sollte Stillerfahrung mitbringen. Sie hat jedoch keinerlei medizinische Vorkenntnisse bzw. Grundausbildung, sondern erhält im Rahmen ihrer Schulung medizinische Anfängerinformationen. Eine ehrenamtliche AFS oder LLL Beraterin darf jedoch nur bis zu einer bestimmten Grenze Beraten und muss dann an Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC / Fachkräfte für Stillförderung/ Stillbeauftragte in der Klinik abgeben. Diese Beraterinnen verfügen über ein umfassendes medizinisches Wissen (sind meist Kinderkrankenschwestern, Hebammen oder andere medizinische Berufe) und eine deutlich höhere Fachkompetenz, da diese Weiterbildung meist schon min. 2-3 Jahre in Anspruch nimmt zuzüglich der medizinischen Berufsausbildung von min. 3 Jahren.

 

Daher gibt es auch Stillgruppen, welche von Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC oder von Fachkräften für Stillförderung/ Stillbeauftragten in der Klinik geführt werden. Teilweise sind es freie Gruppen, teilweise auch angeschlossen an eine Geburts- oder Kinderklinik, die Kosten für die Teilnahme können hier variieren.

 

 

 

Warum ist der Besuch bereits in der Schwangerschaft sinnvoll?

 

Weil eine Stillgruppe auch präventiven Charakter hat. Wer gut informiert ist und weiss welche Erfahrungen andere Mütter in bestimmten Situationen gemacht hat, kann diese Situationen oder Schwierigkeiten im Idealfall ganz umgehen bzw. besser damit umgehen.

 

Und auch wenn Du vielleicht in der ersten/letzten Schwangerschaft Probleme rund um das Stillen hattest oder Sorgen hast das etwas nicht klappen könnte, kannst Du hier die nötige Unterstützung und Beratung bekommen.

 

 

 

...und was ist noch zu sagen?

 

In der Stillgruppe triffst Du Frauen, die Du woanders vielleicht nie kennen gelernt hättest. Du lernst vielleicht auch Unterschiede durch die Zugehörigkeit zu anderen Kulturen.

 

In den meisten Ländern verlaufen Stillbeginn und Stilldauer anders als bei uns. Auch wird ganz anderen Lebensmitteln stillfördernde oder abstillende Eigenschaften zu geschrieben und auch die Mythen und Märchen rund um den Erdball sind sehr unterschiedlich und teilweise äußerst amüsant: Oder wusstest Du das man auf dem Balkan am besten an einem Dienstag abstillt? Oder wenn ihr nach der Geburt die Wäsche in den ersten 40 Tagen zum Trocknen nach draußen hängt versiegt die Milch?

 

Solche Geschichten erfährt man meist nur in einer Stillgruppe! Komm vorbei und überzeuge Dich selbst!

 

Hier findest Du alle Infos zu meiner Still- und Kontaktgruppe: das Storchennest, in Hillesheim.

 

                                                          Liebe Grüße und bis bald,

            Copyright © 2018 Andrea Böttcher


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